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Referenz: Sammler Frankfurt/Main
Quelle/Auszug aus: "bi Umweltbau"; Nr. 1; Februar 2004;S.66;

Im Rahmen der Sanierung eines Großsammlers in Frankfurt/Main wurden auf einer Gesamtlänge von 2,2 Kilometern erstmals Fertigteile aus Polymerbeton für eine Auskleidung zum Schutz vor weiterer Korrosion eingesetzt.

Bei dem Zulaufsammler zum Hauptklärwerk Niederrad handelt es sich um einen in den Jahren 1970 bis 1972 in Ortbetonbauweise hergestellten Mischwasserkanal. Das Kastenprofil mit angeschrägter Sohle weist über eine Länge von 1450 Metern einen Querschnitt von 2,50 Breite und 2 Meter Höhe sowie über die letzten 750 Meter vor der Kläranlage Abmessungen von 4 Meter Breite und 3 Meter Höhe auf.

Nach nunmehr rund 30 Jahren Betriebszeit wies der Sammler die für biogene Schwefelkorrosion typischen Schadensbilder auf. Der Beton war an den Wänden und an der Decke über die gesamte Länge homogen 2 bis 3 Zentimeter tief korrodiert. [...]

Oberstes Ziel der zu ergreifenden Maßnahmen war es demnach, den Sammler säurefest auszukleiden. [...]

Angesichts des anstehenden Investitionsvolumens wurden seitens der Frankfurter Stadtentwässerung sehr genaue und umfangreiche Voruntersuchungen durchgeführt.

Funktionalausschreibung führte zum Erfolg:
"Die eingegangenen Angebote haben gezeigt, dass sich die Funktionalausschreibung bei diesem Projekt durchaus bewährt hat, denn die Bandbreite war hierbei recht groß," sagt Roland Kemmerer, der seitens der Stadtentwässerung Frankfurt dieses Projekt betreut. Neben den erwarteten Lösungen einer Auskleidung mit Platten aus PEHD oder GFK oder einer Variante mit Betonfertigteilen, in die bereits werkseitig PEHD- Platten einbetoniert werden sollten, war dies der Vorschlag der Firma Tauber Rohrbau aus Münster einer Auskleidung mit Winkelelementen aus Polymerbeton des Herstellers Meyer Rohr + Schacht GmbH aus Lüneburg.
Dieses Verfahren unterschied sich von den anderen Varianten unter anderem dadurch, dass es sich hierbei um eine selbsttragende Konstruktion handelt. [...]

Von den wertbaren Angeboten war die Polymerbeton- Variante nach Überzeugung von Auftraggeber und Planer auf Grund der Qualität und der nachgewiesenen Eigenschaften der hierbei eingesetzten Materialien die wirtschaftlichste. Darüber hinaus war sie aber auch die preisgünstigste.[...]

Vor diesem Hintergrund erhielt die Firma Tauber den Zuschlag.[...]

Nachdem der Kanal trockengelegt war, wurde in den Randbereichen die Kanalsohle auf einer Breite von 30 bis 40 cm aufgenommen und anschließend wurden die Fußsteine eingebaut. [...]

Dieser Arbeitschritt erforderte eine hohe Genauigkeit, da Parallelität und exakte Höhe der Fußsteine entscheidend für die passgenaue Positionierung der Auskleidungselemente ist.
Der anschließende Einbau der Segmente gestaltete sich aufgrund der präzisen Vorarbeit relativ unproblematisch. Die Elemente wurden von den insgesamt 6 Baugruben aus mit einem elektrisch betriebenen und durch einen Sensor gesteuerten Transportwagen zur Einbaustelle gefahren. Ein eigens zu diesem Zweck [...] konstruierter "Manipulator" nahm dort die Formteile auf und brachte sie in Position. Mit Gewindestangen wurden die Sanierungselemente zusammengezogen. Nachfolgend wurden die umlaufenden Quer- und Längsfugen mit einem säurebeständigem Reaktionsharzkleber verklebt. [...]

Da der Sammler nicht gradlinig verläuft, waren mehrere unterschiedliche Radien zu bewältigen. Für die Herstellung der einzelnen Segmente bedeutete dies, dass jedes einzelne Element entsprechend seinem endgültigem Platz im Sammler in Stendal bei der Firma Meyer auf Maß gefertigt und durchnummeriert auf die Baustelle geliefert wurde.[...]

Nach den lückenlosen Prüfungen von weit mehr als 1000 Elementen, [...] zeigt sich Roland Kammerer mit der Qualität des gelieferten Materials sehr zufrieden und geht nun von einer weiteren Nutzungsdauer des Sammlers von mindestens 50 Jahren aus.
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